3 Wochen, 4‘121 km, 6 Rennen und 5 Medaillen

Weltmeiserschaft Banja Luka, Bosnien
Im Klassischen Rennen wurde ich Siebte. Ich hatte mir mehr erhofft und war nicht zufrieden mit meiner Leistung. Das Teamrennen am Freitag fand leider ohne Schweizer Beteiligung statt, da sich nur zwei Schweizer Damen für die WM qualifiziert hatten. Nach dem Ruhetag fand am Samstag der Sprint statt. Mit einem souveränen Lauf qualifizierte ich mich als Dritte bereits im ersten Durchgang für den Finallauf, der am Abend unter Flutlicht stattfand. Im Finale erwischte ich die schwierigere Passage am Anfang so gut wie noch nie, im unteren Streckenteil unterlief mir leider ein Fehler. Im Ziel landete ich auf Zwischenrang zwei, 0.22 Sekunden hinter Hannah Brown. Ich musste zittern, da mit Manon Hostens und Costanza Bonaccorsi noch zwei gute Athletinnen am Start standen. Manon platzierte sich mit 0.02 Sekunden Rückstand auf dem zweiten Platz. Zu meinem Glück unterlief der zweifachen Sprintweltmeisterin Costanza ein Fehler und sie klassierte sich mit 0.29 Rückstand auf dem vierten Platz. Am Anfang konnte ich mich nicht über die Bronzemedaille freuen, da ich mich über meinen Fehler aufregte, ohne den ich vielleicht hätte gewinnen können. Jetzt bin ich jedoch froh, hat es in diesem knappen Rennen für Platz drei gereicht.

Weltcup Celje, Slovenien
Die Rennen in Celje fanden auf einfachen Gewässern statt. Im Klassik, dem ersten Weltcuprennen, wollte ich eine gute Leistung abliefern, da ich an der WM mit meinem Rennen nicht zufrieden war. Es lief gut und ich konnte das Rennen mit neun Sekunden Vorsprung vor Costanza Bonaccorsi, der Drittplatzierten an der WM, gewinnen. Diesmal war ich zufrieden. Das Sprintfinale fand wieder am Abend unter Flutlicht statt. Klares Ziel für mich war der erste oder der zweite Platz. In der Quali fuhr ich auf den dritten Rang. Im Finallauf konnte ich meine Zeit verbessern und mich hinter Costanza auf dem zweiten Platz klassieren.

Weltcup Pau, Frankreich
Nach dem Weltcup in Pau standen Costanza und ich zusammen an der Spitze des Klassements im Gesamtweltcup. In Pau fanden die Rennen auf einem künstlichen Kanal statt. 2017 wird auf diesem Kanal die Weltmeisterschaft ausgetragen. Im Klassikrennen startete man oben am Kanal, fuhr durch die künstliche Strecke und danach aus dem Kanal hinaus noch ca. 10 Minuten auf eher flachem Wasser. Nur die Schlussstelle hatte es noch richtig in sich. Mit einem kleinen Fehler im Kanal fuhr ich im Klassikrennen auf Rang drei. Costanza Bonaccorsi wurde Vierte und somit führte ich vor dem letzten Weltcuprennen, dem Sprint im künstlichen Kanal, den Gesamtweltcup an. Ich sah den Vorteil eher bei Costanza, da sie eine sehr schnelle Sprinterin ist. Die Sprintstrecke ist schwierig zu fahren. Im ersten Lauf wurde ich mit einem Fehler Sechste und konnte mich somit knapp nicht direkt für das Finale qualifizieren. Der zweite Lauf war auch nicht fehlerfrei, trotzdem konnte ich meine Zeit um fast drei Sekunden verbessern. Ich fuhr insgesamt die drittschnellste Zeit beider Qualiläufe.
Im Finallauf am Sonntag entschied ich mich für eine andere Route. Ich nahm den weiteren Weg in Kauf, weil ich überzeugt war, dass ich auf der Alternativroute besser Tempo machen kann. Ich traf meine Linie nicht optimal und hatte einen kleinen Bremser im Finallauf. Die anderen Athletinnen machten aber auch Fehler. Mit 0.89 Sekunden Vorsprung auf Costanza Bonaccorsi konnte ich den Sprint gewinnen und damit auch den Gesamtweltcup für mich entscheiden.
Es waren tolle, anstrengende drei Wochen, in denen ich aber viel Spass hatte. Ich freue mich sehr über meine guten Resultate und kann es kaum erwarten, nächstes Jahr in Pau auf dem Kanal die WM zu fahren.

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